Das Kammerflimmern
ist eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung.
Ein Kammerflimmern kann als Komplikation eines Herzinfarktes auftreten oder auch spontan (bekannt als plötzlicher Herztod).
Es kann theoretisch jeden treffen und das überall.
Als Vergleich:
Im Jahr 2004 erlagen 143.000 Personen in Deutschland den Folgen eines Kammerflimmerns, im gleichen Zeitraum erlagen 6.423 Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen.
Im Normalfall arbeiten die unzähligen Muskelzellen des Herzmuskels durch eine gezielte Steuerung über das Erregungsleitungssystem optimal zusammen. Dies führt dazu, dass sich das Herz gezielt zusammenzieht und das in sich befindliche Blut in den Körperkreislauf presst. Durch eine Störung im Erregungsleitungssystem des Herzens kommt es zum unkoordinierten Zusammenziehen der einzelnen Herzmuskelzellen. Das Herz führt keine ordnungsgemäßen Schläge mehr durch, die Pumpleistung fällt aus - der Patient erleidet einen Kreislaufstillstand. Dieser Kreislaufstillstand kann im Falle des Kammerflimmerns jedoch nicht durch die Herzdruckmassage abgewendet werden, da der Herzmuskel weiter flimmert und sich deshalb auch nicht mehr mit Blut füllen kann.
Die einzige bekannte Therapie des Kammerflimmerns ist die Defibrillation. Dabei werden durch einen gezielten "Elektroschock" die Herzmuskelzellen in ihren unkoordinierten Aktivitäten gestoppt. Entweder reagieren sie wieder auf Signale des Erregungsleitungssystems oder stehen still. Dieser Stillstand ermöglicht dann, durch die Herzdruckmassage eine "manuelle" Kreislaufaktivität. Ohne Therapie tritt innerhalb weniger Minuten der Tod ein. Jede Minute ohne Defibrillation verringert die Überlebendswahrscheinlichkeit des Betroffenen um 7 bis 10 %.
Die anwendung eines Defibrillators ersetz in keinem Fall den Rettungsdienst. Nach der Defibrillation muss durch Erste Hilfe Maßnahmen, wie die Herzdruckmassage und Atemspende, diese Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt werden, um die Sauerstoffversorgung vor allem des Gehirns, der Niere und des Herzmuskels aufrechtzuerhalten.
Durch die zunehmende Verbreitung von vollautomatischen Defibrillatoren, die an öffentlichen Plätzen bereitgehalten werden (Public Access Defibrillator kurz PAD) und für die Anwendung durch Laien konzipiert sind, kann die Zeitspanne bis zur Defibrillation häufig deutlich verringert werden.
Durch diese Geräte erhöht sich die Überlebenschance um ein Vielfaches. Bei einer frühen Defibrillation durch den Rettungsdienst hat der Patient eine Überlebenschance von ca. 8 bis 10 %. Diese erhöht sich durch den frühen Einsatz eines AED-Gerätes durch Ersthelfer auf bis zu 60 %.