Notfallsonographie
Die Notfallsonographie spielt seit mehreren Jahrzenten eine zentrale Rolle in der Notfalldiagnostik von akut erkrankten Patienten. So hat die abdomoinelle Sonographie einen festen Stellenwert in der frühen Schockraumdiagnostik bei der Behandlung verunfallter Patienten. Die orientierende Echokardiographie hat als frühes Diagostikum entscheidenden Einfluss auf die weitere Therapie und das Management von Nichttraumapatienten.
Die "Arbeitsgemenschaft Präklinische Sonographie" hat sich im Februar 2006 umbenannt in die "Arbeitsgemeinschaft Notfallsonographie", da die abdominelle Sonographie und die orientierende Echokadiographie nicht nur präklinisch sondern auch in der Notfaufnahme durchgeführt wird und sich das Kurskonzept sowohl an Notärzte und Rettungsassistenten wie auch an Kliniker wendet. Die Teilnehmer der Kurse kommen aus unterschiedlichen Fächern und profitieren daher von der interdisziplinären Kursstruktur.
Entwicklung der FAST und FEER
Die Behandlung schwerverletzter Unfallopfer ist immer eine Herausforderung an das gesamte Rettungsteam. Neben einer Schädel-Hirn-Verletzung ist die Verletzung des Bauchraumes mit möglicherweise schweren inneren Blutungen eine der Haupttodesursachen nach Unfällen. Oftmals werden diese Verletzungen vor Ort jedoch nicht erkannt oder unterschätzt, da in vielen Fällen keine klinischen Anzeichen vorliegen, die eine korrekte Diagnose ermöglichen. Daher können dringlich zu klärende therapeutische und rettungstechnische Entscheidungen am Unfallort, die im Falle einer inneren Blutung nötig wären, nicht mit ausreichender Sicherheit gefällt werden. Innere Blutungen konnten bisher erst durch eine Sonographie im Schockraum der aufnehmenden Klinik nachgewiesen werden.
Mehrere Studien, die von der Frankfurter Arbeitsgruppe „Präklinische Sonographie" unter der Leitung von Herrn PD Dr. Walcher, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums durchgeführt wurden, konnten zeigen, dass der Einsatz mobiler Sonographiegeräte eine praktikable und sichere Möglichkeit darstellt, diese inneren Blutungen bereits am Unfallort festzustellen. Die Technik wird als P-FAST (prehospital focused abdominal sonographie for trauma) bezeichnet. Auch unter extremen Bedingungen, d.h. helles Umgebungslicht, beengte Untersuchungsbedingungen oder bei ungünstiger Position des Patienten, war eine Sonographie möglich. So konnten auch im PKW eingeklemmte oder auf dem Bauch liegende Patienten sonographiert und eine Diagnose bzgl. möglicher abdomineller Blutungen gestellt werden. Die Sonographie hatte in jedem drittel Fall Einfluss auf die Vor-Ort-Therapie und die Klinikwahl. Des Weiteren ermöglichte die frühzeitige Information des Zielkrankenhauses einen deutlichen Zeitvorsprung, im Falle einer chirurgisch zu behandelnden abdominellen Verletzung, die Operation vorzubereiten.
In weiteren Studien der Arbeitsgruppe wurde festgestellt, dass auch andere Notfallpatienten, d.h. Patienten ohne stattgehabten Unfall in der Regel mit internistischen Erkrankungen von einer Sonographie/Echokardiographie durch den Notarzt profitieren. So wurde der Algorithmus FEER (Fokussierte Echokardiographie Evaluation in der Reanimation) von Herrn Dr. Breitkreutz, Klinik für Anäshtesiologie entwickelt und in Kooperation mit Herrn Dr. Steiger, Institut für Notfallmedizin am Klinkum Darmstadt, ein achtstündiges Schulungskonzept etabliert.
Durch die Kompaktheit der in jüngster Zeit entwickelten mobilen Geräte sind diese wichtige Untersuchung nicht mehr an die Klinik oder Praxis gebunden und daher auch präklinisch einsetzbar.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Notfallsonographie