Vergiftungsnotfälle bei Kindern
Kindernotfallbox Informationen nach
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Vergiftungen bei Kindern
Die häufigsten Vergiftungen bei Kindern sind Vergiftungen mit 1. Medikamenten, 2. Tabak, 3. Reinigungsmitteln, 4. Giftpflanzen. Da Kinder sich im Gegensatz zu Erwachsenen aus Unwissenheit vergiften,
können Anzeichen wie Erbrechen oder plötzliche Müdigkeit auf eine Vergiftung hinweisen.
Vergiftungen erkennen
Wenn Kinder sich plötzlich unwohl fühlen, sich erbrechen oder ausgesprochen müde werden, kann eine unbemerkte Vergiftung die Ursache sein. Sind Kinder in einem fremden Haushalt, können Sie dort
leichter Medikamente oder ähnliches finden als zuhause. Passen Sie also auf, wenn Ihr Kind beispielsweise bei den Großeltern zu Besuch ist und dort im Nachtkästchen auf ein Sammelsurium von Pillen
stoßen könnte.
Wer hilft bei Vergiftungen
Rettungsdienst 112
Arztpraxen
Apotheken
Bei akuten Vergiftungen, wenn es darum geht, so schnell wie möglich entsprechende Maßnahmen durchzuführen, rufen Sie den Rettungsdienst. Die Behandlung wird dann bereits durch den Notarzt vor Ort
eingeleitet. Beispiel:bei einer Vergiftung mit ätzenden Substanzen.
Vergiftungszentralen Die Vergiftungszentrale für Norddeutschland erreichen Sie
jederzeit unter Göttingen 0551 - 19240
Vergiftungen bei Kindern sind so vielfältig, dass oft professioneller, vor allem individueller Rat, nötig ist. Es sind an verschiedenen Kliniken in Deutschland Vergiftungszentralen eingerichtet
worden, die diese Beratung geben für Nicht-Mediziner sowie für Ärzte. Sie erhalten dort Informationen inwieweit eingenommene Substanzen für das Kind giftig sind, welche Maßnahmen Sie durchführen
können und ob eine Klinikbehandlung notwendig ist.
Wichtige Angaben
Menge des Gifts.
Eine halbe Packung, eine Beere oder maximale Menge
Art des Gifts.
Name des Medikaments, Packung. Beschreibung der Pflanze. Beeren oder Pflanzenteile mitnehmen
Symptome
Verhalten, Schmerzen, Erbrechen ...
Zeitpunkt der Einnahme wie viel Zeit ist bereits vergangen
Gewicht des Kindes meist ist das Gewicht nicht bekannt, deshalb auch:
Alter des Kindes zur Abschätzung des Körpergewichts
Was Sie bei Vergiftungen tun können
Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Sie selbst bei Vergiftungen durchführen können. Eine Maßnahme wie z. B. Erbrechen mag bei einer Art der Vergiftung (z.B. Schlafmittel) sinnvoll sein, bei einer
anderen Vergiftungsart (z.B. Schaumbildner oder Lampenöl) ist erbrechen nachteilhaft oder sogar schädlich. Es gibt also einige Ausnahmen. Nehmen Sie sich etwas Zeit und spielen Sie verschiede
Vergiftungen im Kopf durch. Mit den hier gegebenen Hintergrundinformationen stellen Sie fest, wie logisch die verschiedenen Methoden bei Vergiftungen sind.
Kein vorschnelles handeln
Tödliche oder lebensgefährliche Vergiftungen sind selten. Die Therapie beschränkt sich meist auf die Gabe von Flüssigkeit, medizinischer Kohle oder eines Entschäumungsmittels. übertriebene
Maßnahmen haben in der Vergangenheit zu einigen Todesfällen bei Kindern geführt. Diese falschen und/oder übertriebenen Maßnahmen machen immerhin ein fünftel der Todesursachen bei Vergiftungen im
Kindesalter aus.
Erbrechen
Erbrechen ist notwendig bei stark giftigen, schnell wirksamen Substanzen. Bei gering giftigen Pflanzen, Medikamenten oder Substanzen ist es meist sinnvoller, die ungefährlichere Form der
Giftentfernung durch Gabe von medizinischer Kohle zu wählen. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall eine Vergiftungszentrale. Erbrechen wird durch Reizung der Rachenhinterwand mit den Fingern ausgelöst. Je
voller der Magen ist, desto leichter kommt Erbrechen zustande. Diese Maßnahme sollte immer als letztes Mittel gesehen werden, da das künstlich herbeigeführte
Erbrechen an sich, lebendsberohliche Komplikationen herbeiführen kann! Unter Umständen sollte das Kind etwas Wasser trinken, um besser Erbrechen zu können. Erbrechen eignet
sich besonders bei Vergiftung mit Medikamenten oder Pflanzenteilen. Allerdings darf die Vergiftung nicht zu lange zurückliegen.
Erbrechen darf nicht durch Salzwasser ausgelöst werden. Eine konzentrierte Salzlösung ist tödlich für Kleinkinder. Heben Sie Erbrochenes auf,
wenn das Gift unbekannt ist und identifiziert werden muss.
Bei Bewusstlosigkeit darf Erbrechen nicht ausgelöst werden.
Nicht Erbrechen bei Spülmitteln und ätzenden Stoffen
Da beim Vorgang des Erbrechen Magenkontraktionen erfolgen, können Schaumblasen entstehen, wenn Wasch- Putz- und Spülmittel geschluckt wurden. Da Schaum nicht in die Lunge gelangen darf, ist bei
Schaumbildnern Erbrechen nicht erlaubt. Aus einem ganz anderen Grund dürfen ätzende Dinge nicht erbrochen werden. Säuren und Laugen schädigen die Schleimhaut. Der Magen ist gegen Säure (und Laugen)
durch eine dicke Schleimschicht gut geschätzt, schließlich produziert der Magen selbst Salzsäure. Ungeschützt dagegen ist die Speiseröhre. Die Speiseröhre darf nicht durch Erbrechen erneut verätzt
werden. Nachtrinken und verdünnen ist hier angezeigt. Wie empfindlich die Speiseröhre ist, wissen Diejenigen, die unter Sodbrennen leiden. Die Beschwerden entstehen, wenn Magensaft in die Speiseröhre
gelangt. Auch Vergiftungen mit ätzenden Substanzen sind sehr schmerzhaft.ähnlich schleimhautzerstörend sind Lösungsmittel, wie Benzin, Spiritus und Petroleum. Da diese Flüssigkeiten stark abstoßend
riechen, kommen Vergiftungen nur selten und in geringen Maßen vor.
Nicht erbrechen bei Vergiftungen mit Lampenöl
Eine Ausnahme bei den Lösungsmitteln bilden Vergiftungen mit Lampenölen (Paraffinöl) die in verschiedenen Farben und Gerüchen erhältlich sind. Sie haben in den letzten Jahren zu schwersten
Vergiftungen bei Kindern geführt. Lampenöl darf nicht in die Lunge gelangen. Selbst kleinste Mengen können tödlich sein!. Aus diesem Grunde darf
auf keinen Fall Erbrechen ausgelöst werden. Es sind einige Fälle bekannt, wo durch die Eltern trotzdem Erbrechen ausgelöst worden ist und Kleinkinder an den Lungenschädigungen gestorben sind.
Nachtrinken/Verdünnen
Eine Verdünnung des aufgenommenen Giftes ist nötig, wenn ätzende Stoffe nicht erbrochen werden dürfen. Am besten ist das Nachtrinken von reichlich Wasser, Tee oder verdünnten Säften. Früher wurde
auch Milch zur Verdünnung empfohlen. Theoretisch ist das auch sinnvoll. Milch ist hat die Fähigkeiten Säuren und Laugen zu puffern. Die Milch gerinnt aber im Magen und das ausflockende Eiweiß, setzt
sich in die Falten von Magen und Darm. Bei einer Darmspiegelung wird so die Sicht verdeckt. Bei manchen Stoffen beschleunigt Milch sogar die Aufnahme im Darm. Deshalb sollte Milch nicht gegeben
werden.Bei Aufnahme von Säuren und Laugen sollten keine Neutralisationsversuche unternommen werden.
Nicht Nachtrinken bei Spülmitteln!
Bei Aufnahme von Schaumbildnern (Spülmittel etc.) sollte keine Flüssigkeit gegeben werden. Je mehr Flüssigkeit vorhanden ist, desto mehr Schaum kann gebildet werden. Ohne Flüssigkeit kein Schaum. Bei
Aufnahme von Schaumbildnern wird der Schaum mit Sab Simplex(R) (oder Lefax(R)) zerstört.
Giftentfernung mit medizinischer Kohle
Die Gabe von medizinischer Kohle ist die ungefährlichste, schnellste und effektivste Form der Giftentfernung. Medizinische Kohle in Form von Kohletabletten oder als Pulver ist ein unentbehrliches
Mittel bei einer Vielzahl von Vergiftungen. Aktivkohle hat durch seine große Oberfläche die Eigenschaft eine Vielzahl an Stoffen an sich zu binden. Diese Eigenschaft macht man sich insbesondere bei
Tabletten- und Giftpflanzenvergiftungen und bei vielen anderen Vergiftungen zu nutze. Giftige Stoffe werden von der Kohle innerhalb von 2 Minuten gebunden. Bekannt ist dieses Prinzip auch von
einfachen Haushaltswasserfiltern, indem Stoffe aus dem Trinkwasser an die Kohle gebunden werden.Kohle besitzt keine Kontraindikationen, das bedeutet, es gibt keine Risiken oder Nebenwirkungen. Daher
ist es immer sinnvoll, bei einer Vergiftung Kohle einzunehmen. Bei Kindern hat die Sache allerdings einen Haken. Kohlekompretten können, da sie recht groß und rau sind von Kindern kaum geschluckt
werden. Also löst man die Kompretten in Wasser, Saft oder Tee auf, oder verwendet am besten von vornherein die Pulverform. In der Apotheke bekommen Sie besonders fein gemahlenes Kohlepulver in
verschraubbaren Kunststoffdosen (z.B. Kohle-Pulvis, Kähler Pharma, Inhalt 10g). Die Dose wird mit Wasser oder Saft gefüllt, gut verschlossen und dann geschüttelt. Kinder trinken die Lösungallerdings
nicht ganz freiwillig. Hier kommt es auf Geschick des Erwachsenen an, das Kind zum trinken zu bewegen. Sie können die Kohle mit Cola mischen, da der Farbunterschied des Getränks und der Kohlelösung
nur gering ist. Auch können Sie so eine Situation schon einmal stressfrei üben und dem Kind einen Apfelsaft oder Cola mit etwas Kohle darin zum trinken geben. Im Notfall gibt es dann weniger
Probleme.
Dosierung
Je nach aufgenommener Giftmenge werden als Anfangsdosis bei Kindern bis 12 Jahre 10-30 Gramm Kohle gegeben. Oder auch 1 Gramm medizinische Kohle pro Kilogramm Körpergewicht. Ein 10 kg schweres Kind
erhält demnach 10 Gramm Kohle.
Bei Durchfall
Bei Durchfallerkrankungen, meistens bekommt man so was im Urlaub, gehören Kohlekompretten zum Mittel der ersten Wahl. Sind Bakterien oder Viren im Magen-Darmtrakt aktiv, so entstehen dabei
Stoffwechselgifte. Diese Stoffwechselgifte sind es, die den Durchfall auslösen. Ist die Durchfallerkrankung unkomplizierter Art, können mittels Einnahme von Kohle die Durchfallsymptome gelindert
werden, während das Immunsystem den Kampf gegen die Erreger führt.
Wann Medizinische Kohle nicht gegeben werden sollte
Nur bei Säuren- und Laugenvergiftungen hat Kohle keine positive Wirkung und sollte nicht gegeben werden, da bei einer etwaigen anschlie?enden Magenspiegelung alles schwarz erscheint.
Abführen
Kohle kann zu Verstopfung führen. Bei Vergiftungen ist es aber in der Regel wünschenswert, dass das Gift so kurz wie möglich im Körper bleibt. Eine Stunde nach Gabe von Kohle kann abgeführt werden.
Ein leichtes Abführmittel ist Buttermilch oder Milchzucker Sicher wirkt Glaubersalz. Genaue Informationen erhalten Sie bei der Vergiftungszentrale.
Waschmittel/Spülmittelvergiftung
Zu den Schaumbildnern gehören Spülmittel, Reiniger und Waschmittel, die Blasen und Schaum bilden, wenn sie eingenommen werden. Da die Schaumblasen bei einer Vergiftung leicht in die Lunge gelangen
können und dort je nach Art und Menge gro?en Schaden anrichten können, ist die Entschäumung erstes Ziel. Sab Simplex ist eine Silikonverbindung, die durch Senkung der Oberflächenspannung Schaumblasen
sehr effektiv zerstört. Die
Silikonverbindung passiert den Körper ohne aufgenommen zu werden, daher ist Sab Simplex ähnliche wie Aktivkohle nebenwirkungsfrei. Anders als die Kohle wird Sab Simplex aufgrund seines
Himbeergeschmacks von Kindern gerne eingenommen. Sab Simplex? gehört, solange Kinder in dem Alter sind, dass sie sich mit Schaumbildnern vergiften in jede Hausapotheke. Das Medikament Lefax? enthält
den gleichen Wirkstoff wie Sab Simplex und kann ebenso gut verwendet werden. Bekannt sind beide Medikamente zur Behandlungen von Blähungen bei Säuglingen. Vielleicht haben Sie es bereits in ihrer
Medikamentensammlung?
Dosierung von Sab Simplex (Lefax)
Geben Sie eine halbe bis 1 Flasche bei akuter Vergiftung
Nicht verdünnen oder erbrechen bei Schaumbildnereinnahme
Die Gruppe der Schaumbildner sind relativ ungiftige Substanzen, die an sich keinen Schaden anrichten. Es ist nicht dringend notwendig sie aus dem Körper zu entfernen. Die Bildung von Schaum würde
au?erdem durch den Vorgang des Erbrechens unterstützt werden. Ebenso würde durch Zugabe von Flüssigkeiten die Entstehung von Schaum gefördert. Also nichts hinterher trinken.
Giftpflanzen
Viele giftige Pflanzen, Pflanzenteile und Früchte schmecken nicht sehr gut. Kleinkinder spucken sie oft schnell wieder aus. Meist sind die eingenommenen Mengen gering. Vergiftungserscheinungen
beschränken sich meist auf Übelkeit oder leichtes Erbrechen. Nur jede 70. Pflanzenvergiftung endet mit deutlichen oder schweren Vergiftungserscheinungen. Todesfälle mit Pflanzen oder Pflanzenteilen
sind glücklicherweise selten. Es gibt eine Faustregel, nach der Kinder 1 Beere jeder heimischen Pflanze unbeschadet essen können.
Welche Pflanzen sind giftig oder ungiftig?
Ungiftige Pflanzen Früchte: Berberitze, Blutpflaume, Felsenbirne, Feuerdorn, Fuchsie, Hartriegel-Arten,
Judenkirsche, Kornelkirsche, Mahonie, Rotdorn, Weißdorn, Zierapfel, Zierkirsche, Zierquitte. Blüten/Blätter: Löwenzahn, Deutzie, Flieder,
Forsythie, Gänseblümchen, Grünlilie, Hibiskus, Pfeifenstrauch, Falscher Jasmin, Rosen, Veilchen
Pflanzen, deren Früchte in größerer Menge zu Durchfall oder Bauchschmerzen führen
Früchte: Eberesche/Vogelbeeren, Edelwicke, Eicheln, Geißblatt, Heckenkirsche, Liguster, Schneeball,
Schneebeere, Staudenwicke, Stechpalme, Rosskastanie, Holunder, Zwergmispel
giftige Pflanzen
Aronstab: Rote Beeren, frische Blätter
Efeu: Stängel, Blätter, Beeren
Eibe: Ungiftig ist das rote Fruchtfleisch, dass süß-schleimig schmeckt.
Giftig sind die zerbissenen Samen (sehr bitter) und die Nadeln. Unzerbissene Samen
werden unverändert ausgeschieden
Fingerhut: Blüten, Blätter und Samen
Goldregen: besonders Schoten und Samen
Maiglöckchen: Alle Pflanzenteile
Krokus: Zwiebel
Lebensbaum, Thuja: Blätter und Beeren
Nachtschatten: Besonders Beeren
Christrose, Schwarze Nieswurz: Alle Pflanzenteile
Oleander: Alle Pflanzenteile
Pfaffenhütchen: Samen, Blätter, Rinde
Rhododendron: Alle Pflanzenteile
Gartenbohne: Bohne
Lupine: Samen
Wolfsmich-Arten: Alle Pflanzenteile, besonders der Milchsaft
sehr giftige Pflanzen
Eisenhut (häufig im Garten): Alle Pflanzenteile
Engelstrompete (häufig im Garten): Blätter und Samen
Herbstzeitlose (häufig im Garten): Alle Pflanzenteile
Seidelbast-Arten (häufig im Garten): Alle Pflanzenteile
Rizinus (Wunderbaum, Christpalme) (häufig im Garten): Blüten,
bohnenartiger Same
Bilsenkraut (in der freien Natur): Blätter, Samen, vor allem Wurzel
Geflekter Schierling, Wasserschierling (in der freien Natur): Alle Pflanzenteile
Stechapfel (in der freien Natur): Blätter und Samen
Tollkirsche (in der freien Natur): Alle Pflanzenteile insbesondere
Früchte
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WEITERE PFLANZEN FINDEN SIE HIER
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Welche Dinge des täglichen Lebens sind giftig oder ungiftig?
Rufen Sie im Zweifelsfall immer bei der Vergiftungszentrale an! Sie erhalten dort eine individuelle Beratung
Geschirrspülmaschinenreiniger
Achtung: ätzende Wirkung
Spülmittel, Reiniger
Ungiftig, Achtung: Schaumbildung (Siehe
Waschmittel/Spülmittelvergiftung
Dinge zum Basteln
Blumengesteckmasse, Geschenkband Kerzenwachs, Kohlepapier, Papier (bedruckt), Radiergummi, Styropor Tapetenkleister, Knetgummi sind ungiftig Farben und Stifte (aus Europa/USA Filzstifte, Fingerfarben, Kreide, Kugelschreiber Tinte, Buntstiftminen, Ostereierfarben (Wasser und Tabletten) sind ungiftig
Spielzeug (aus EU/USA)
Es kann von der Ungiftigkeit verwendeter Materialien, Füllungen und Farben ausgegangen werden
Spielzeug (aus nicht USA / EU )
Hier kann keine Garantie gegeben werden! Da die Bestimmungen ja nach Land variieren.
Flüssigkeit aus Beißringen und Kühlakkus
ungiftig
Knicklichter
ungiftig
Essig
Obst- oder, Weinessig sind ungiftig. Essigessenz ist ätzend.
Kosmetika Lippenstift, Seife, Hautcreme, Salben,
Sonnenmilch Zahnpasta
meist ungiftig, Achtung bei eingeatmetem Puder!
Zigaretten
Bei
Kindern ab etwa einem Jahr ist eine halbe Zigarette ungiftig (Verschlucken)
Quecksilber
schon bei Raumtemperatur entstehen giftige Dämpfe (durch Digitalthermometer ersetzen)
Blumenerde,
Blumenwasser
ungiftig
Medikamente
Die Zahl an Medikamenten, die Kinder aus Neugier einnehmen, ist unübersichtlich groß. Genaue Auskunft erteilt Ihnen immer eine Vergiftungszentrale. Die meisten Medikamentenvergiftungen sind
ungefährlich. Aber auch die Menge der eingenommen Substanz im Verhältnis zum Körpergewicht spielt eine Rolle. Schon Paracelsus wusste: Allein die Dosis ist es, ob etwas eine Arznei oder von Schaden
sein kann! Wenn Medikamente wie Jodtabletten, Fluortabletten, Calciumbrausetabletten, Erkältungsmittel, Hustensäfte, Antibaby-Pillen etc. eingenommen werden, müssen entweder keine Maßnahmen ergriffen
werden, oder die Vergiftungszentrale empfiehlt die Gabe von medizinischer Kohle. Medikamente, die ernste Folgen haben können, wirken meist auf das Herz-Kreislaufsystem oder das Nervensystem. Dazu
zählen in erster Linie herzwirksame Mittel sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel. Aber auch hier gilt: keine übertriebenen Maßnahmen. Anruf bei der Vergiftungszentrale.
Unbedenklich sind in der angegebenen Menge folgende, häufig von Kindern geschluckte Medikamente:
Antibabypillen
1 Monatspackung
Bisolvon
1 Originalpackung
Contramutan Saft/Dragees
1 Originalpackung
Dentinox
1 Originalpackung
Dorithricin-Halstabletten
1 Originalpackung
Esberitox
50 Tabletten
Frubienzym
100 Tabletten
Homäopathische Mittel
1 Flasche
Monapax-Saft
1 Originalpackung
Prospan-Saft
1 Originalpackung
Silargetten
1 Originalpackung
Sinusitis Hewert
1 Originalpackung
Thymipin Hustensaft
bis 4 ml/ kg Körpergewicht
Thymipin-Tropfen
bis 1,5ml/kg Körpergewicht
Transbronchin Sirup
100 ml
Tussamag Hustensaft
1 Originalpackung
Vitamin B, C, E
1 Originalpackung
Vitamin D, A
5000 E/kg
Vergiftungszentralen Rettungsdienst 112
Deutschland
Berlin
030 - 19240
Bonn
0228- 19240
Erfurt
0361 - 730 730
Freiburg
0761 - 19240
Göttingen (Zuständig für den norddeutschen Raum)
0551 - 19240
Homburg/Saar
06841 - 19240
Mainz
06131 - 19240
München
089 - 19240
Nürnberg
0911 - 398 2451
Österreich
01 - 40400 2222 oder 406 4343
Schweiz
01 - 251 6666
Die Notfallbox bei Vergiftungen
Wichtiger Hinweis: Die gefüllte Notfallbox darf in Deutschland nur direkt von den Apotheken bezogen werden (gem. AMG / Arzneimittelgesetz)!
Nur leere Boxen, die Sie selber in der Apotheke füllen lassen müssen, dürfen von Ausbildungstellen oder ähnlichen Einrichtungen vertrieben werden!
Sie können Ihre leere Box bei uns kostenlos beziehen!
Vergiftungsunfälle bei Kindern: "Notfall-Box" hilft bei Erstversorgung
Vergiftungsunfälle im Haushalt - gerade im Zusammenleben mit Kindern nicht selten. Was ist aber genau zu tun, wenn das Kind vom Haushaltsreiniger getrunken, Medikamente geschluckt oder eine giftige Pflanze erwischt hat. Dann sind Eltern oft ratlos, haben keine Notfallmedikamente vorrätig und die richtige Telefon-Notrufnummer ist auch nicht sofort zur Hand.
Um eine schnellere Hilfe für diese Kinder zu ermöglichen, hat der
Landesapothekerverband (LAV) Baden-Württemberg eine Notfall-Box gegen Vergiftungen bei Kindern entwickelt. Auf dieser roten Box ist nicht nur die Nummer des Vergiftungs-Informations-Zentrale (VIZ)
Freiburg (andere Nummern liegen der Box bei) aufgedruckt, sie enthält auch wichtige Hinweise für umsichtiges Verhalten nach einer Vergiftung.
Die Notfall-Box ist nun in allen Apotheken bundesweit erhältlich." Dort bekommt man auch die Information, welche Mittel für den Notfall vorrätig sein müssen und kann sie direkt vor Ort erwerben.
Der Beratungsbedarf ist groß
Rund 8400 Eltern von Kleinkindern im Alter bis zu vier Jahren haben im vergangenen Jahr bei der Vergiftungs-Informations-Zentrale (VIZ) Freiburg wegen eines Vergiftungsunfalls ihrer Kinder angerufen. Nach Angaben der VIZ - für ganz Baden-Württemberg die Anlaufstelle bei Vergiftungsunfällen - ist diese Zahl seit dem Jahr 2001 um über 50 Prozent angestiegen. Wichtig für eine optimale Erstversorgung sei, dass Eltern die richtige Anlaufstelle für schnelle Hilfe kennen und die geeigneten Gegenmittel zur sofortigen Anwendung vorrätig haben.
"Der Beratungsbedarf hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen", so Dr. Uwe Stedtler, stellvertretender Leiter der VIZ Freiburg. In der Regel meldeten sich die Eltern wegen Unfälle der Kinder im häuslichen Bereich, bei denen Haushaltsprodukte wie Haushaltschemikalien und Kosmetika, Medikamente und Pflanzenteile ver-schluckt werden.
Erfolg durch eine Studie bestätigt
Die TK (Techniker Krankenkasse) hatte die Box zusammen mit einem Faltblatt mit
Tipps zur Vermeidung von Giftunfällen bei Kindern vor einem Jahr an rund 4000 Eltern in Baden-Württemberg versandt. Eine Studie in Kooperation mit dem VIZ hat nun gezeigt, dass Eltern durch die
Notfall-Box eindeutig besser auf Vergiftungs-Unfälle ihrer Kinder reagieren können. Sie müssen nicht lange die richtige Telefon-Nummer suchen und haben im Ide-alfall die geeigneten Präparate im
Haus.
"Der Anteil der gut vorbereiteten Eltern bei der TK konnte durch die Initiative verdop-pelt werden", betonte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Die Zeitspanne bis zur effektiven Hilfe könne dadurch deutlich verkürzt werden, was für den Behandlungserfolg enorm wichtig sei. Immerhin müssten rund 20 Prozent der betroffenen Kinder in ambulante oder stationäre Behandlung