Falschaussagen und Irrglaube in der Ersten Hilfe

Unterlassene Hilfeleistung

Ich muss nur helfen wenn ich es gelernt habe. Wenn mein Kurs zu lange her ist muss ich nicht helfen.

Das ist FALSCH! Jeder Mensch ist verpflichtet nach seinen Möglichkeiten zu helfen. Hilfe holen (Notruf) kann jeder!  Im Strafgesetztbuch § 323c steht:

„Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Weitere mögliche Konsequenzen : 5 Punkte im Verkehrszentralregister in Flendsburg.

Die Argumentation mit dem langen Zeitraum, seit dem letzten Kurs kann ggf. zum Verlust der Fahrerlaubnis führen, denn ein wesentlicher Bestandteil der Fahrberechtigung ist die Fähigkeit der Ersten Hilfe.

Helmabnahme

Wenn ich dem Motorradfahrer den Helm abnehme kann der Kopf dabei auseinanderfallen?

NEIN !  Wenn ein Helm intakt ist, kann der Kopf darin nicht "kaputt" sein

 

Immer wieder gibt es Debatten, ob man bei einem verunglückten Motorradfahrer nicht lieber den Helm auflassen sollte, um mögliche Verletzungen an der Halswirbelsäule nicht zu verschlimmern.

  

Fakt ist: bei einem bewusstlosen Motorradfahrer muss der Helm immer ab! Die Sicherung der Atemwege hat immer die höchste Priorität.

Rippenbruch bei der Wiederbelebung

Bei der Wiederbelebung müssen Rippen brechen.

NEIN! Eine "gute" Reanimation (Wiederbelebung)  kann man nicht an der Anzahl der Rippenbrüche bemessen.  Natürlich  können bei dem Druck auf den Brustkorb Rippen berechen, aber es ist kein Muss!

 

Der Rettungsgriff

Die Daumen, beim Rettungsgriff, müssen nach Vorne zeigen.

 

Ja, das ist korrekt! Die Begründungen hierfür sind aber meist sehr fragwürdig. Es könnte passieren, dass die Daumen beim Anheben brechen - FALSCH! Es könnte passieren, dass die Rippen des verunfallten brechen- FALSCH!

Die wirkliche Begründung liegt an der Kraftübertragung. Die Muskeln des Daumes sind nicht so ausgeprägt. Bei schwitzigen Personen kann es daher dazu führen, dass man einfach den Halt verliert. Daher immer um den Arm herumfassen - der so genannte Affengriff!

Notruf

Der Notruf in Hamburg fragt nicht mehr die 5 "W" Fragen ab?

Richtig! Die Feuerwehr in Hamburg leitet seit letztem Jahr durch den Notruf. Der Disponent stellt Fragen und erteilt ggf. Anweisungen wie man helfen kann! [Weiterlesen]

Mythen der Medizin?!

Nutzen wir wirklich nur zehn Prozent unseres Gehirns? Sind acht Glas Wasser am Tag gesund? Forscher haben populäre Ansichten zur Gesundheit überprüft.

 
Lies nicht bei schlechtem Licht! Du musst mehr trinken! Vorsicht mit dem Mobiltelefon im Krankenhaus! Haben Sie auch im Hinterkopf diese Stimme, die Ihnen sagt, was Sie zu tun und zu lassen haben, um Leib und Seele Gutes zu tun? Nicht immer sind die Ratschläge, die unser Unbewusstes uns erteilt, richtig. Oft beruhen sie nur auf Mythen, selbst wenn Ärzte oder anderes medizinisches Fachpersonal sie uns mit der Kraft ihrer Autorität verkünden.

Die Probe aufs Exempel haben jetzt zwei amerikanische Wissenschaftler aus Indianapolis gemacht, die sieben populäre Behauptungen aus der Medizin auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersuchten, indem sie die medizinische Datenbank Medline und die Internetsuchmaschine Google nach Informationen durchforsteten. Ergebnis der Recherche von Rachel Vreeman von der Universität Indiana und von Aaron Carroll vom Regenstrief- Institut: Alle Behauptungen erwiesen sich als unwahr oder konnten nicht belegt werden. Das berichten die Forscher im Fachblatt „British Medical Journal“.

Mythos eins: „Trinke acht Glas Wasser am Tag – mindestens“

Wasser trinken ist zu einer kleinen Religion geworden. Überall auf der Welt sieht man die Menschen unterwegs an kleinen Plastikwasserflaschen nippen. Dahinter steckt möglicherweise mehr als Erfrischung. Viele Wassertrinker haben vielleicht auch Angst auszutrocknen. Eine der Quellen dieser Furcht könnte eine Empfehlung amerikanischer Ernährungsexperten aus dem Jahr 1945 sein, meinen Vreeman und Carroll. Damals hatte es geheißen, dass man 2,5 Liter Wasser am Tag zu sich nehmen sollte.

Dieser Rat wurde ungemein populär, vergessen wurde jedoch der Nachsatz: Der größte Teil der Flüssigkeit ist in der normalen Nahrung enthalten. Wir nehmen also über das Essen bereits Wasser auf, der restliche Bedarf wird durch Saft, Milch und sogar koffeinhaltige Getränke im Normalfall gedeckt. Es muss also gar nicht Wasser sein. Zudem kann es sogar schädlich sein, zu viel davon zu trinken, meinen die Forscher.



Mythos zwei: „Wir nutzen nur zehn Prozent unseres Gehirns“

Dieser Irrtum hat sich über mehr als 100 Jahre hartnäckig gehalten. Manche Menschen führen die Behauptung auf Albert Einstein zurück, aber dafür gibt es keine Belege. Auch die Scientology-Organisation wirbt für Kurse mit der Zehn-Prozent-Behauptung und einem Foto Einsteins.

Die moderne Hirnforschung kann belegen, dass mitnichten 90 Prozent unseres Gehirns brachliegen. Kein Teil des Gehirns ist stillgelegt oder nicht aktiv, jeder erfüllt spezielle Aufgaben. Das weiß man nicht zuletzt von Menschen mit Hirnverletzungen. Denn wenn ein Teil des Gehirns zerstört wird, hat das stets ausgeprägte, typische und oft dauerhafte Folgen.



Mythos drei: „Haare und Nägel wachsen nach dem Tod weiter“

Damit Haare und Nägel wachsen können, bedarf es komplizierter Stoffwechselvorgänge. Nach dem Tod sind diese nicht mehr vorhanden, selbst wenn Hautzellen noch einige Stunden überleben können. Der Eindruck, dass Haare und Nägel bei Toten noch gewachsen sind, beruht auf einer Täuschung. Denn die Haut trocknet aus und zieht sich ein wenig zurück. So kann der Eindruck entstehen, dass die Haare und Nägel noch gewachsen sind – in Wirklichkeit eine optische Täuschung.



Mythos vier: „Häufiges Rasieren lässt die Haare schneller wachsen, dunkler und stärker werden“

Dieser Irrtum ist schon seit einer Studie aus dem Jahre 1928 wissenschaftlich widerlegt. Rasieren hat keinen Einfluss auf das Wachstum oder die Dicke des Haares. Beim Rasieren werden nur die toten, äußeren Anteile des Haares abgeschnitten. Blickt man dann auf das frisch rasierte Haar, wirkt es oft dicker und dunkler, weil es noch nicht ausgebleicht ist und noch keine fein zulaufende Spitze hat.



Mythos fünf: „Lesen bei schummrigem Licht verdirbt die Augen“

Wer bei schwachem Licht liest, strengt die Augen an. Bei Dämmerlicht ist es schwieriger, scharf zu sehen. Und weil man weniger zwinkert, trocknet die Hornhaut auch leichter aus. Das reizt das Auge zusätzlich. Aber diese Effekte sind nur vorübergehend und geben sich von selbst wieder. Die vorherrschende Expertenmeinung ist heute, dass Lesen bei schlechtem Licht den Augen nicht dauerhaft schadet. Ob es komfortabel ist, ist allerdings eine andere Frage.



Mythos sechs: „Truthahn essen macht müde“

Ein vor allem in Amerika verbreiteter Irrglaube, wo das Truthahnessen zum Erntedankfest nationale Tradition ist. Er geht zurück auf die Tatsache, dass Truthahn – wie anderes Geflügel – Tryptophan enthält, eine unter Umständen schläfrig machende Aminosäure. Allerdings enthalten zum Beispiel Schweinefleisch oder Käse mehr Tryptophan.

Vermutlich sind es andere Gründe, warum ein opulentes Truthahnessen dösig macht: Das Blut strömt in den Verdauungstrakt, damit sinkt die Durchblutung und der Sauerstoffgehalt im Gehirn. Ein an Proteinen oder Kohlenhydraten reiches Essen kann ebenfalls müde machen. Schließlich soll auch noch hier und da Wein eine Rolle spielen.



Mythos sieben: „Mobiltelefone im Krankenhaus sind gefährlich“


Wer kennt sie nicht, die Mobiltelefon- Verbotsschilder an der Kliniktür? Die Belege für eine Gefährdung medizinischer Apparaturen durch elektromagnetische Wechselwirkungen mit dem Handy sind jedoch sehr dürftig. Sie gehen meist auf Anekdoten zurück. Systematische Untersuchungen fanden ein allenfalls geringes Risiko von Wechselwirkungen, und das auch nur auf eine Entfernung von weniger als einem Meter.

Neue technische Entwicklungen dürften die Gefahr weiter verringert haben, meinen die Wissenschaftler. So ergab eine 2007 veröffentliche Untersuchung, dass der normale Gebrauch von Mobiltelefonen in Behandlungsräumen keine Zwischenfälle verursachte. Genau genommen ist sogar das Gegenteil der Fall: Eine große Umfrage unter Narkoseärzten zeigte, dass die Benutzung von Handys die Gefahr von medizinischen Irrtümern oder Verletzungen verringerte, weil man schneller kommunizieren konnte.

Allerdings hat der Handymythos für Krankenhäuser handfeste finanzielle Vorteile. Auf diese Weise bleiben die Patienten darauf angewiesen, in der Klinik ein Festnetztelefon zu mieten.

 

Der Kopf kühlt besonders schnell aus

Für den Winter haben viele Menschen vorgesorgt. Wenn die Temperaturen auf fünf bis zehn Grad über dem Gefrierpunkt sinken, mummeln sie sich ein, als ob ein mehrmonatiger Ausflug zum Nordpol bevorstünde. Wollpullover, dicke Mäntel, Wattejacken, Fellhandschuhe und Pelzstiefel werden übergezogen. Besonders schlimm trifft es die Kinder: Sie werden von ihren Müttern so eingepackt, dass zwischen der ganzen Wintergarderobe gerade noch ein Sehschlitz frei bleibt. Extrem stark verhüllt werden traditionell Kopf und Hals: Schals, Mützen, Kappen, Hüte und Kapuzen sollen dafür sorgen, dass kein Fitzelchen Kälte an die Haut gelangt. Dahinter steckt offenbar der Glaube, dass ein unbedecktes Haupt besonders viel Wärme abgibt und so den ganzen Körper auskühlen lässt.

Selbst in einem US-Armeehandbuch findet sich der Hinweis, dass bei kaltem Wetter „40 bis 45 Prozent der Körperwärme“ über den Kopf verloren gehen. Diese Aussage beruht vermutlich auf einer Fehlinterpretation einer Untersuchung, die in extremer Kälte erfolgte. „Wenn das wahr wäre, würde es keinen Unterschied machen, ob Menschen ohne Hosen oder ohne Hut bei Kälte auf die Straße gehen“, scherzen die Forscher. „Das ist offensichtlich nicht der Fall.“ Ihr Rat: Wenn es kühl wird, sollten Sie Ihren Körper schützen. Ob Sie Ihren Kopf bedecken, bleibt Ihnen überlassen.

Mehr Selbstmorde in der Weihnachtszeit

Ein weiterer Mythos der kalten Jahreszeit ist, dass während der Weihnachtstage die Zahl der Selbstmordfälle ansteigt. Statistisch belegt ist das nicht – es gibt sogar Hinweise, dass die Suizidrate an Weihnachten geringer ist. Gleiches gilt für die dunklen Wintermonate. Vielen Menschen mag es in dieser Zeit schlechter gehen. Aber die Zahl der Suizide ist weltweit in den warmen Monaten am höchsten und im Winter am niedrigsten.

Der Weihnachtsstern ist giftig


Der prächtige rotblättrige Advents- oder Weihnachtsstern darf in keiner Festtagsdekoration fehlen. Noch immer hält sich indes der Glaube, das Gewächs sei giftig. Eine Analyse der US-Vergiftungszentralen mit insgesamt mehr als 22 000 Fällen von Aufnahme der Pflanze belegt dagegen, dass der Weihnachtsstern eine ziemlich harmlose „Giftpflanze“ ist: Es gab keine Todesfälle, und 96 Prozent der Menschen brauchten überhaupt keine Behandlung. Auch nicht die 92 Kinder, die eine ganze Menge Weihnachtssterne gefuttert hatten.

Zucker macht Kinder hyperaktiv

Rund um Weihnachten essen die meisten Kinder mehr Süßigkeiten als zu jeder anderen Jahrszeit. Einer weit verbreiteten Annahme zufolge macht Zucker Kinder hyperaktiv. Einen wissenschaftlichen Beleg für diesen „Zuckermythos“ gibt es nicht. Es gibt keine Verhaltensunterschiede zwischen Kindern, die Zucker gegessen haben, und solchen, die das nicht taten. Eltern, die glauben, dass ihre Kinder zuckerhaltige Limonade getrunken haben, bewerten ihre Kinder danach als hyperaktiv – obwohl die Süße von Süßstoff herrührte. Die „Hyperaktivität“ fand also eher im Kopf der Eltern statt.

Nächtliches Essen macht dick

Weihnachten ist die Zeit der opulenten Abendessen. Hartnäckig hält sich der Glaube, dass nächtliches Essen besonders viel „Gewicht“ hat. Entscheidend für eine Gewichtszunahme ist aber nicht die Tageszeit, sondern die Kalorienmenge. Menschen werden dick, weil sie mehr Kalorien aufnehmen als sie verbrennen. Gefährdet sind vor allem Menschen, die mehr als drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen.

Alkoholkater kann man kurieren

Für den Brummschädel nach einem feuchtfröhlichen Abend gibt es zahlreiche Hausmittel wie Aspirintabletten, Wassertrinken, Kaffee, Vitamine, Artischockenextrakt und vieles mehr. Aber das Votum der Wissenschaftler fällt klar aus: „Es gibt keinen Beweis dafür, dass irgendeine Vorbeugung oder ein Heilmittel für den Alkoholkater existiert“, schreiben sie. Die Ursache des Katers ist zu viel Alkohol: Wer ihm aus dem Weg gehen will, sollte weniger trinken oder ganz von Bier, Wein und Schnaps lassen.

Zur Webseite vom Hamburger Notfalltraining

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